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Spaß-Geschichten


Das schielende Huhn

 
Es war einmal ein Huhn, das stark schielte.

Dieses schielende Huhn sah deshalb die ganze Welt etwas schief und glaubte, sie sei tatsächlich schief.

So sah es z.B. auch seine Mithühner und den Hahn schief. Es lief immer etwas schräg und stieß ziemlich oft gegen die Wände.

An einem windigen Tag ging das schielende Huhn mit seinen Mithühnern am Turm von Pisa vorbei.

"Schaut euch das an", sagten die Hühner, "der Wind hat diesen Turm schiefgeblasen."

Auch das schielende Huhn betrachtete den Turm und fand ihn aber völlig gerade. Es sagte nichts, dachte aber bei sich, dass die anderen Hühner womöglich schielten.


(Von L. Malerba: Die nachdenklichen Hühner, leicht verändert)

 

 

Das sinkende Boot

 
Der persische Weise Nasrudin befand sich einmal auf einer Fähre, die einen breiten Strom überquerte. Neben ihm stand ein Gelehrter, der angesichts seines immensen Wissens arrogant und aufgeblasen tat.

Er fragte Nasrudin: "Haben Sie jemals Astronomie studiert?"

"Nein." antwortete Nasrudin.

"Oh, da haben Sie aber viel von Ihrem Leben vergeudet! Mit dem Wissen über die Sterne kann ein Kapitän ein Schiff durch alle Weltenmeere navigieren."

Der Gelehrte fragte dann: "Haben Sie jemals Meteorologie studiert?"

"Nein." antwortet Nasrudin.

"Nun, dann haben Sie auch hier große Teile Ihres Lebens verschwendet! Wer über die Winde und das Wetter weiß, kann ein Schiff sicher und schnell von einem Ort zum anderen bringen."

Es folgte die Frage: "Und haben Sie wenigstens die Meereskunde studiert?"

"Nein, antwortete Nasrudin.

Mit mitleidigem Lächeln sagte der Gelehrte: "Zu schade, wie Sie auch hier Ihr Leben verschwendet haben! Die Kenntnis der Ströme ist unerlässlich um ein Schiff zu steuern."

Einige Minuten später stand Nasrudin auf, um ans Ende des Schiffs zu gehen. Beim Vorbeigehen fragte er den Gelehrten: "Haben Sie jemals schwimmen gelernt?"

"Nein, dazu hatte ich keine Zeit."

"Dann haben Sie Ihr ganzes Leben verspielt, denn dieses Boot sinkt gerade."

 
(gefunden in: Wiedergefunden! von Alan Cohen, leicht geändert)

 

 

Der gestohlene Esel

 
Jemand hatte den Esel des Mullah gestohlen.

Voller Zorn rannte der Bestohlene auf den Markt und schrie dort mit lauter Stimme: "Derjenige, der meinen Esel gestohlen hat, soll ihn sofort zurückbringen." Erregt, mit hochrotem Kopf und angeschwollenen Halsadern brüllte der Mullah weiter: "Wenn ich meinen Esel nicht auf der Stelle zurückbekomme, werde ich etwas sehr, sehr Unvernünftiges tun."

Die umherstehenden Leute waren sehr erschrocken. Ganz plötzlich stand der Esel auf dem Markplatz. Niemand wusste, wer ihn gebracht hatte oder wie das Tier dort hingekommen war.

Die Menge war beruhigt und zerstreute sich. Ein älterer Mann aber wandte sich an den Mullah: "Sage mir, was hättest du denn getan, wenn du deinen Esel nicht sofort wieder bekommen hättest?"

Der Mullah antwortete: "Was hätte ich schon gemacht? Ich hätte mir einen neuen Esel gekauft - aber vernünftig wäre das nicht gewesen, bei dem schmalen Geldbeutel, den ich habe, oder?"

(gefunden in: Der Kaufmann und der Papagei von Nossrat Peseschkian)

 

 

Eine Frage der Perspektive

 
Sherlock Holmes und Doktor Watson gingen zusammen zum Campen. Sie verbrachten einen wundervollen Tag in der freien Natur und wanderten durch die hügelreiche Landschaft.

Als es dämmerte errichteten sie ihr Zelt. Nachdem sie ein köstliches Mahl zubereitet und aufgegessen hatten, fielen sie beide müde in den Schlaf.

Sehr früh in der Nacht wachte Holmes auf, grunzte etwas und weckte seinen Assistenten mit einem leichten Stoß in die Rippen.

"Watson" sagte er. "Öffne schnell die Augen und schau hinauf zum Himmel. Was siehst du?"

Watson erwachte schlaftrunken.

"Ich sehe Sterne, Holmes." antwortete er. "Unendlich viele Sterne."

"Und was sagt dir das, Watson?" fragte Holmes.

Watson dachte für einen Augenblick nach.

"Tja Holmes, das sagt mir, dass dort draußen ungezählte Sterne und Galaxien sind und wahrscheinlich Tausende von Planeten. Ich nehme deshalb an, dass doch eine ganze Menge gegen die Theorie spricht, dass wir allein im Universum sind. Ich schau hinauf in den Himmel und fühle mich demütig angesichts dieser unendlichen Weiten. Und was sagt es dir?"

"Watson, du bist ein Narr!" rief da Holmes. "Mir sagt es, dass jemand unser Zelt gestohlen hat!"

(gefunden in Joseph O'Connor: Extraordinary Solutions For Everyday Problems, frei übersetzt und leicht überarbeitet)

 


Geschickt gefragt!

 
Es waren einmal zwei Mönche, die es einfach nicht lassen konnten, während des Gebets zu rauchen.

Weil sie aber das schlechte Gewissen plagte, schrieben sie jeder einen Brief an den Bischof, um ihn dazu zu seiner Meinung zu befragen.

Als Antwort erhielt der eine Mönch eine Erlaubnis, der andere jedoch ein Verbot.

Darüber wunderten sie sich sehr.

Der Mönch, dem das Rauchen erlaubt wurde, fragte den anderen: "Was hast du denn den Bischof gefragt?"

"Ich habe gefragt, ob ich während des Betens rauchen darf."

"Und ich", antwortete der, der eine Erlaubnis bekommen hatte, "habe gefragt, ob ich während des Rauchens beten darf."

(gefunden in Bruno Gideon: Die kleine Denkfabrik für Manager, leicht umgeschrieben)

 

 

Meinungsänderung

 
Ein Kriegsschiff befand sich auf offener See. Die See war unruhig und Nebelschwaden erschwerten die Sicht.

Kurz nach Anbruch der Dunkelheit meldete der Ausguck: "Licht Steuerbord voraus!"

"Bleibt es stehen, oder bewegt es sich achteraus?" fragte der Kapitän.

Der Ausguck antwortete: "Es bleibt, Kapitän."

Das Schiff befand sich also auf einem gefährlichen Kollisionskurs mit dem anderen Schiff.

Da rief der Kapitän dem Signalgast zu: "Schicken Sie dem Schiff ein Signal: Wir sind auf Kollisionskurs, empfehlen 20 Grad Kursänderung."

Zurück kam das Signal: "Empfehlen Ihnen, den Kurs um 20 Grad zu ändern."

Der Kapitän sagte: "Melden Sie: Ich bin ein Kapitän, Kurs um 20 Grad ändern."

"Ich bin ein Unteroffizier", lautete die Antwort. "Sie sollten Ihren Kurs besser um 20 Grad ändern."

Inzwischen war der Kapitän ziemlich wütend. Er schimpfte: "Signalisieren Sie, dass ich ein Kriegsschiff bin. Er soll den Kurs um 20 Grad ändern."

Prompt wurde eine Antwort zurückgeblinkt: "Ich bin ein Leuchtturm."

 
(Das Kriegsschiff änderte den Kurs nach Frank Koch; gefunden in: Die sieben Wege zur Effektivität, leicht geändert)

 

 

Molla Nasreddin und sein Bart

 
Molla hatte einen langen Bart, auf den er sehr stolz war. Mit Würde trug er ihn jeden Tag zur Schau.

Eines Tages fragte ihn sein Freund: „Molla, wie ist das eigentlich beim Schlafen – legst du deinen Bart über die Decke oder unter die Decke?“

„Dumme Frage“, meinte Molla, „ich habe mir das noch nie überlegt. Aber trotzdem, morgen werde ich dir die Frage beantworten.“

Am nächsten Morgen kam der Freund zu Nasreddin und wartete gespannt auf Antwort. „Verschwinde“, entgegnete ihm der Bärtige verärgert, „seit 40 Jahren schlafe ich ruhig und unbeschwert wie ein kleines Kind. Heute aber konnte ich kein Auge zutun, weil ich ständig daran denken musste, ob ich meinen Bart über oder unter der Decke habe!“

 

 

Nasrudins Verwirrung

 
Nasrudin kam auf seiner Reise einmal nach Bagdad. Was war das für eine große Stadt. Noch nie zuvor hatte er so viele Menschen gesehen. Das Gedränge und die Menschenströme verunsicherten ihn sehr.

Er dachte: "Ich frage mich, wie es die Menschen in einer Stadt wie dieser eigentlich schaffen, sich selbst im Auge zu behalten und wie sie trotzdem wissen, wer sie sind." Dann sagte er zu sich: "Ich muss mir genau merken, wer ich bin, denn sonst verliere ich mich vielleicht."

Am Abend suchte er sich ein Quartier für die Nacht. Neben ihm lagerte ein Schalk. Als Nasrudin sich nun schlafenlegen wollte, bekam er Angst, sich nach dem Aufwachen nicht mehr wiederzufinden. Das erzählte er dem Schalk, der neben ihm auch noch wach war.

Der Spaßmacher riet ihm folgendes: "Kein Problem mein Freund. Nimm diese Blase hier und puste sie zu einem Ballon auf. Binde sie an dein Bein und geh ruhig schlafen. Wenn du aufwachst, suche einfach nach dem Mann mit dem Ballon - das bist dann du!"

"Eine wunderbare Idee" sagte Nasrudin.

Nach einigen Stunden wachte er auf. Er suchte nach der Blase und sah, dass sie am Bein des Narren befestigt war. "Ja, das bin ich" dachte er. Dann aber packte ihn plötzlich die Furcht und er schüttelte den anderen Mann: "Wach auf! dein Vorschlag war nicht gut. Es ist genau das passiert, was ich befürchtet hatte."

Der Schalk erwachte und fragte Nasrudin, was denn los sei. Nasrudin zeigte auf den Ballon: "Anhand der Blase kann ich feststellen, dass du ich bist. Aber wenn du ich bist - wer bei der Liebe des Allmächtigen bin ich?"

 (gefunden in: Ornstein, Robert: Multimind, Junfermann, 1992, Geschichte überarbeitet )

 

 

Wer hat Recht?

 
Ein Rabbi wurde gebeten, in einem Streitfall schlichtend zu entscheiden.

Der eine der beiden Streitenden kam also zum Rabbi und schilderte ihm seine Argumente. Der Rabbi hörte aufmerksam zu, dachte eine Weile nach und sagte: "Du hast recht."

Dann kam der zweite Mann und schilderte dem Rabbi seine Sicht der Dinge und legte seine Argumente dar. Auch hier hörte der Rabbi aufmerksam zu, überlegte wieder etwas und sagte: "Du hast recht."

An dieser Stelle meldete sich die Frau des Rabbis zu Wort und fragte ihren Mann: "Aber, wie können denn beide Männer recht haben?"

Wieder dachte der Rabbi einen Augenblick nach und antwortete dann: "Liebes, du hast recht."

 (Gregory M. Corrigan, leicht geändert gefunden in:Die Spiritualität der Unvollkommenheit)



Die perfekte Frau
 

            Ein Schüler fragte Nasrudin eines Tages, warum er nie geheiratet habe.

           „Ach“, antwortete Nasrudin „ich hatte mir vorgenommen, nur dann zu heiraten, wenn ich die perfekte Frau gefunden habe. So suchte                 ich lange Jahre und begegnete vielen Frauen, die nett, schön und intelligent waren. Aber keine davon perfekt.“

            Nach einer kleinen Pause fuhr er fort: „Eines Tages sah ich sie. Ich wusste sofort, dass sie in jeder Hinsicht perfekt war. Und als ich                 sie dann kennen lernte, stellte sich heraus, dass sie tatsächlich in jeder Hinsicht ein makelloses Juwel war.“

            „Und, warum hast du sie dann nicht geheiratet?“ fragte der Schüler.

            Nasrudin seufzte tief: „Das Problem war, dass sie den perfekten Mann suchte.“



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