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Texte zum Thema "Partnerschaft und Freundschaft"



Berühre mich

 

Berühre mich;

aber halt mich nicht fest.

 

Gib mir Geborgenheit;

aber sperr mich nicht ein.

 

Rede mit mir;

aber verbiete mir nicht den Mund.

 

Sag mir deine Wünsche;

aber zwing mich zu nichts.

 

Mach mich atemlos;

aber nimm mir nicht die Luft.

 

Lass mich freiwillig zu Dir kommen;

denn Gefühle wachsen nur in Freiheit.

 

Lass mich frei,

damit ich frei und willig Dir alles geben kann!

 

Was Du nicht festhalten musst...

 

(unbekannt)



Dich sein lassen

 

Dich

dich sein lassen

ganz dich.

 

Sehen

dass du nur du bist

wenn du alles bist

was du bist

das Zarte

und das Wilde

das was sich losreißen

und das was sich anschmiegen will.

 

Wer nur die Hälfte liebt

der liebt dich nicht halb

sondern gar nicht

der will dich zurechtschneiden

amputieren

verstümmeln.

 

Dich dich sein lassen

ob das schwer oder leicht ist?

 

(aus dem Gedicht "Dich" von Erich Fried)

 

 

Mit der Zeit

 

Mit der Zeit lernst du,

dass eine Hand halten, nicht dasselbe ist,

wie eine Seele fesseln.

 

Und dass Liebe nicht anlehnen bedeutet

und Begleitung nicht Sicherheit.

Und halten nicht dasselbe ist,

wie eine Seele fesseln

 

Du lernst allmählich,

dass Küsse keine Verträge sind

und Geschenke keine Versprechen.

 

Und du beginnst,

deine Niederlagen erhobenen Hauptes

und offenen Auges hinzunehmen

mit der Würde des Erwachsenen,

nicht maulend wie ein Kind.

 

Und du lernst,

all deine Straßen auf dem Heute zu bauen,

weil das Morgen ein zu unsicherer Boden ist.

 

Mit der Zeit erkennst du,

dass sogar Sonnenschein brennt,

wenn du zuviel davon abbekommst.

 

Also bestell deinen Garten

und schmücke selbst dir die Seele mit Blumen

statt darauf zu warten,

dass andere dir Kränze flechten.

 

Und bedenke, dass du vielleicht standhalten kannst

Und wirklich stark bist

Und dass du deinen eigenen Wert hast!

 

(Kelly Priest)

 

 

Spiritualität

 

Es ist Unsinn - sagt die Vernunft,

Es ist, was es ist - sagt die Liebe.

Es ist Unglück - sagt die Berechnung,

Es ist nichts als Schmerz - sagt die Angst,

Es ist aussichtslos - sagt die Einsicht,

Es ist was es ist - sagt die Liebe.

Es ist lächerlich - sagt der Stolz,

Es ist leichtsinnig - sagt die Vorsicht,

Es ist unmöglich - sagt die Erfahrung,

Es ist, was es ist - sagt die Liebe.

 

(Erich Fried)

 

 

Von der Freundschaft

 

Dein Freund ist die Antwort auf deine Not.

Er ist das Feld, das du besäst mit Liebe und worauf du erntest mit Dankgebeten.

Und er ist dein Tisch und dein Herd.

Denn du kommst zu ihm mit deinem Hunger und du suchst bei ihm deinen Frieden.

Äußert dein Freund frei seine Meinung, so fürchte nicht das „Nein“ in deiner Meinung, noch halte mit dem „Ja“ zurück.

Und schweigt er, so lasse dein Herz nicht ab, auf das seine zu lauschen;

Denn in der Freundschaft werden alle Gedanken, alle Wünsche und Erwartungen geboren und geteilt, ohne Worte und mit einer Freude, die keines Beifalles bedarf.

Scheidest du von deinem Freunde, so gräme dich nicht;

Denn was du am meisten an ihm liebst, mag in seiner Abwesenheit klarer werden, wie der Berg dem Wanderer von der Ebene aus klarer erscheint.

Und deine Freundschaft verfolge kein weiteres Ziel als ein Vertiefen des Geistes.

Denn Liebe, die etwas sucht außer der Offenbarung ihres eigenen Mysteriums, ist nicht Liebe, sondern ein ausgeworfenes Netz: und nur das Wertlose wird darin gefangen.

Das beste, was du hast, sei für deinen Freund.

Wenn er um die Ebbe deiner Flutzeiten wissen muss, so lass’ ihn auch um deren Hochwasser wissen.

 

Denn was wäre dein Freund, so du ihn nur aufsuchest um Stunden totzuschlagen?

Suche ihn stets nur, um Stunden mit ihm zu erleben.

Denn er ist da, um das Fehlende in dir zu füllen, nicht deine Leere.

Und zu der Süße der Freundschaft geselle sich auch das Lachen und geteilte Lust.

Denn im Tau kleiner Dinge findet das Herz seinen Morgen und seine Erquickung.

 
(Aus: Khalil Gibran: „Der Prophet“)

 



Wenn Du mein Verlangen erweckst -

werde ich Dir vielleicht meinen Körper schenken...

Wenn Du meine Zuneigung erlangst –

werde ich Dir vielleicht meine Zeit schenken...

Wenn Du mein Vertrauen erlangst –

werde ich Dir vielleicht meinen Schmerz schenken....

Doch nur wenn Du meine Liebe erlangst –

wirst Du einen Blick in meine Seele werfen können...!

Wenn Du meine Sehnsucht erwecken kannst,

gehört ein Teil von mir Dir und ein Teil von Dir mir -

 



Wenn es einen Menschen gibt,

der dich nimmt, wie du bist,

und immer zärtlich zu dir ist,

den kein anderes Denken stört

und auch gerne deine Meinung hört,

der dich achtet und versteht

und alle Wege mit dir geht,

der ohne Lügen oder List

stets aufrichtig und ehrlich zu dir ist,

der das Gute in dir baut

und dir grenzenlos vertraut,

der mit seinem Kummer zu dir eilt

und deine Sorgen mit dir teilt,

bist du mal traurig oder verstimmt,

der dich dann auch in seine Arme nimmt,

der sich aufs Wiedersehen freut

und dich zu lieben nie bereut,

der ist dein wahrer Freund für dich,

darum lasse auch ihn nie im Stich.

 

(Unbekannt)

 

 

Wenn jemand schlecht von deinem Freunde spricht,

und scheint er noch so ehrlich, glaub ihm nicht.

Spricht alle Welt von deinem Freunde schlecht,

misstrau der Welt und gib dem Freunde Recht.

Nur wer so standhaft seine Freunde liebt,

ist wert, dass ihm der Himmel Freunde gibt.

Ein Freundesherz ist ein so seltener Schatz,

die ganze Welt ist dafür nicht Ersatz.

 

(Friedrich Bodenstedt)



Die perfekte Frau
 

            Ein Schüler fragte Nasrudin eines Tages, warum er nie geheiratet habe.

           „Ach“, antwortete Nasrudin „ich hatte mir vorgenommen, nur dann zu heiraten, wenn ich die perfekte Frau gefunden habe. So suchte                 ich lange Jahre und begegnete vielen Frauen, die nett, schön und intelligent waren. Aber keine davon perfekt.“

            Nach einer kleinen Pause fuhr er fort: „Eines Tages sah ich sie. Ich wusste sofort, dass sie in jeder Hinsicht perfekt war. Und als ich                 sie dann kennen lernte, stellte sich heraus, dass sie tatsächlich in jeder Hinsicht ein makelloses Juwel war.“

            „Und, warum hast du sie dann nicht geheiratet?“ fragte der Schüler.

            Nasrudin seufzte tief: „Das Problem war, dass sie den perfekten Mann suchte.“



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