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Texte zum Thema "Leben, Liebe, Licht"


Adler oder Muschel?

 
Nachdem Gott die Welt erschaffen hatte, begann er damit die Lebewesen zu entwickeln. Als erstes erschuf er die Muschel.

Die Muschel hatte ein recht langweiliges Leben. Den ganzen Tag filterte sie Wasser. Den ganzen Tag hieß es für sie also "Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf..."

Dann erschuf Gott den Adler.

Dem Adler gab Gott die Freiheit, mit seinen weiten Schwingen über Berge, Meere und Täler zu fliegen. Aber er übergab dem Adler auch die Verantwortung für seine Jungen.

Dann erschuf Gott den Menschen. Erst brachte er ihn zu der Muschel "Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf; Klappe zu" und dann zum Adler, der frei über den Klippen schwebte und für seine Jungen das Futter erjagen musste.

Und der Mensch sollte sich entscheiden, welches Leben er führen will.

Tatsächlich stehen wir auch heute noch vor der gleichen großen Entscheidung: Wollen wir das Leben der Muschel oder wählen wir das Leben des Adlers?
 

(nach einer alten indischen Schöpfungsgeschichte)

 

 

Das Geheimnis des Lebens

 
Einmal kam ein sehr ungeduldiger und ungestümer Schüler zum Meister. Er bedrängte den Weisen mit der Frage: "Meister, so verratet mir doch, was das Geheimnis des Lebens ist!"

Der Meister fragte den Schüler: "Kannst du denn ein Geheimnis für dich behalten?"

Voller Erwartung nickte der Schüler eifrig: "Ja, natürlich kann ich das. Meister - selbstverständlich."

Der Meister schickte sich an, den Raum zu verlassen. Er drehte sich an der Tür noch einmal um und sagte: "Siehst du, ich auch."


(aus "Was ist die ewige Wahrheit?" von Marco Aldinger, Herder, 1998, Geschichte leicht überarbeitet)

 

 

Das Geschenk

 
Ein alter Mann saß in einem Bus. In seinem Arm hielt er einen wundervollen Blumenstrauß.

Ein junges Mädchen konnte ihren Blick nicht von der Blumenpracht lassen. Immer wieder schaute sie zu den bunten Blüten und lächelte scheu.

Kurz vor der nächsten Haltestelle stand der Mann auf und ging zu dem Mädchen. Er reichte ihr den Strauß und sagte: "Ich habe gesehen, dass du diese Blumen liebst. Sie sind eigentlich für meine Frau. Aber ich denke, meine Frau würde gerne, dass du sie bekommst. Ich gehe jetzt zu ihr und erzähle ihr, dass ich dir die Blumen geschenkt habe."

Das Mädchen nahm den Strauß mit einem nun strahlenden Lächeln.

Als der alte Mann ausstieg, sah sie ihm noch nach. Und er verschwand durch ein Tor, welches zu einem kleinen Friedhof gehörte.


(Aus dem Englischen übersetzt und leicht geändert, gefunden in "Chicken-Soup for the Soul")

 

Das Herz

 

Eines Tages stand ein junger Mann in der Mitte der Stadt und verkündet, dass er das schönste Herz im ganzen Land habe. Eine große Menge versammelte sich und sie alle bewunderte sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder einen Fehler in ihm. Ja, sie alle stimmten wirklich überein, es war das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich erschien ein alter Mann im Vordergrund der Menge und sagte, " Sein Herz ist lange nicht so schön wie meins " Die Menge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug stark, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt worden waren, und andere Stücke eingesetzt, aber sie passten nicht ganz richtig und es gab mehrere zackige Ränder. In der Tat in einigen Stellen gab es tiefe Aushöhlungen, wo ganze Stücke fehlten.

Die Leute starrten ihn an -- wie kann er sagen, dass sein Herz schöner ist, dachten sie? Der junge Mann schaute das Herz des alten Mannes an und lachte. " Sie müssen scherzen, " er sagte. Vergleichen Sie " Ihr Herz mit meinem, meins ist perfekt, und Ihres ist ein Durcheinander von Narben und Tränen."

"Ja, sagte " der alte Mann, " Ihres ist perfekt anzusehen, aber ich würde nie mit Ihnen tauschen. Sie sehen, jede Narbe stellt eine Person dar, der ich meine Liebe gegeben habe ,- ich reiße ein Stück meines Herzens aus und gebe es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück von ihrem Herzen, das in der leeren Stelle in mein Herz passt, aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Ränder, die ich hege, weil sie mich an die Liebe erinnern, die wir teilten". Manchmal habe ich Stücke meines Herzens weggegeben, und die andere Person hat mir kein Stück seines Herzens zurückgegeben. Diese sind die leeren Aushöhlungen - das Geben von Liebe ist ein Risiko. Obwohl diese Aushöhlungen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und erinnern mich an die Liebe, die ich auch für diese Leute habe, und ich hoffe irgendwann, kommen sie vielleicht zurück und füllen vielleicht die Aushöhlungen, wenn ich lange genug warte. Sehen Sie jetzt, was wahre Schönheit ist?"

Der junge Mann stand still mit Tränen, die an seinen Wangen herunter liefen. Er ging bis zum alten Mann, der sein perfektes, junges und schönes Herzen erreicht hatte, und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm seine Gabe, setzte es in sein Herz und nahm dann ein Stück von seinem alten narbigen Herzen und setzte es in die Wunde ins Herz des jungen Mannes. Es passte aber nicht vollkommen als dort waren einige zackige Ränder.

Der junge Mann schaute sein Herz an, perfekt war es nicht mehr, sondern schöner als je zuvor. Liebe vom Herzen des alten Mannes, floss in seines. Sie umarmten sich und gingen Seite an Seite weg.



Das Hohelied der Liebe

 

Und wenn ich prophetisch reden könnte

und alle Geheimnisse wüsste

und alle Erkenntnis hätte,

wenn ich alle Glaubenskraft besäße

und Berge damit versetzen könnte,

hätte aber die Liebe nicht,

wäre ich nichts.

 

Die Liebe ist langmütig,

die Liebe ist gütig.

Sie ereifert sich nicht,

sie prahlt nicht,

sie bläht sich nicht auf.

Sie handelt nicht ungehörig,

sucht nicht ihren Vorteil,

lässt sich nicht zum Zorn reizen,

trägt das Böse nicht nach.

 

Sie freut sich nicht über das Unrecht,

sondern freut sich an der Wahrheit.

Sie erträgt alles,

glaubt alles,

hofft alles,

hält allem stand.

 

Die Liebe hört niemals auf.

 

(Das Neue Testament, Erster Brief an die Korinther, 13, 2 – 8)

 

 

Der Wettstreit zwischen Sonne und Wind

 
Der Wind und die Sonne gerieten eines Tages darüber in einen Streit, wer es von den beiden wohl schneller schaffen würde, den Wanderer dazu zu bringen, seine Jacke auszuziehen.

"Ok", sagte der Wind "Lass uns einen Wettkampf dazu machen."

Der Wind begann. Er blies so fest er nur konnte und stürmte und tobte und wollte dem Mann seine Jacke mit Gewalt vom Leib reißen. Aber der Wanderer zog seine Jacke nur immer fester um sich und hielt sie mit beiden Händen fest.

Nach einer ganzen Weile gab der Wind auf.

Dann war die Sonne an der Reihe. Sie wählte einen anderen Weg: Liebevoll sandte sie dem Wanderer ihre warmen Strahlen. Und es dauerte nicht lange, bis er die Jacke aufknöpfte und sie ganz auszog.


(nach der Fabel von Aesop)

 

 

Die drei weisen Alten

 
Es war eines Tages im Frühling, als eine Frau vor ihrem Haus drei alte Männer stehen sah. Sie hatten lange weiße Bärte und sahen aus, als wären sie schon weit herumgekommen.

Obwohl sie die Männer nicht kannte, folgte sie ihrem Impuls, sie zu fragen, ob sie vielleicht hungrig seien und mit hinein kommen wollten.

Da antwortete er eine von ihnen: "Sie sind sehr freundlich, aber es kann nur einer von uns mit Ihnen gehen. Sein Name ist Reichtum" und deutete dabei auf den Alten, der rechts von ihm stand. Dann wies er auf den, der links von ihm stand und sagte: "Sein Name ist Erfolg. Und mein Name ist Liebe. Ihr müsst euch überlegen, wen von uns ihr ins Haus bitten wollt."

Die Frau ging ins Haus zurück und erzählte ihrem Mann, was sie gerade draußen erlebt hatte. Ihr Mann war hoch erfreut und sagte: "Toll, lass uns doch Reichtum einladen".

Seine Frau aber widersprach: "Nein, ich denke wir sollten lieber Erfolg einladen."

Die Tochter aber sagte: "Wäre es nicht schöner, wir würden Liebe einladen?"

"Sie hat Recht", sagte der Mann. "Geh raus und lade Liebe als unseren Gast ein". Und auch die Frau nickte und ging zu den Männern.

Draußen sprach sie: "Wer von euch ist Liebe? Bitte kommen Sie rein und seien Sie unser Gast".

Liebe machte sich auf und ihm folgten die beiden anderen.

Überrascht fragte die Frau Reichtum und Erfolg: "Ich habe nur Liebe eingeladen. Warum wollt Ihr nun auch mitkommen?"

Die alten Männer antworteten im Chor: "Wenn Sie Reichtum oder Erfolg eingeladen hätten, wären die beiden anderen draußen geblieben. Da Sie aber Liebe eingeladen haben, gehen die anderen dorthin, wohin die Liebe geht."

 

(Verfasser unbekannt)

 

 

Die goldene Schachtel

 
Es war Weihnachten und die kleine Tochter überreichte dem Vater eine golden verpackte Schachtel.

Sie hatte dafür das gesamte, wertvolle Geschenkpapier aufgebraucht und weil das Geld knapp war, war der Vater darüber verärgert. Als er dann das Geschenk öffnete und sah, dass die Schachtel leer war, schimpfte er los:

"Weißt du denn nicht, junge Dame, dass wenn man jemand ein Geschenk gibt, auch etwas in der Verpackung sein soll?" fragte er.

Die Augen seiner Tochter füllten sich mit Tränen und sie sagte: "Aber Papa, die Schachtel ist nicht leer. Ich habe so viele Küsschen hineingetan, bis sie ganz voll war."

Beschämt nahm der Vater seine Tochter in den Arm und bat sie um Verzeihung.

 

(urspr. n. Margaret Fishback-Powers, leicht geändert und gekürzt)

 

 

Die Weisheit des Universums

 
Vor langer Zeit überlegten die Götter, dass es sehr schlecht wäre, wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden, bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären. Also entschieden die Götter, die Weisheit des Universums so lange an einem Ort zu verstecken, wo die Menschen sie solange nicht finden würden, bis sie reif genug sein würden.

Einer der Götter schlug vor, die Weisheit auf dem höchsten Berg der Erde zu verstecken. Aber schnell erkannten die Götter, dass der Mensch bald alle Berge erklimmen würde und die Weisheit dort nicht sicher genug versteckt wäre.  Ein anderer schlug vor, die Weisheit an der tiefsten Stelle im Meer zu verstecken. Aber auch dort sahen die Götter die Gefahr, dass die Menschen die Weisheit zu früh finden würden.

Dann äußerte der weiseste aller Götter seinen Vorschlag: "Ich weiß, was zu tun ist. Lasst uns die Weisheit des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird dort erst dann danach suchen, wenn er reif genug ist, denn er muss dazu den Weg in sein Inneres gehen."

Die anderen Götter waren von diesem Vorschlag begeistert und so versteckten sie die Weisheit des Universums im Menschen selbst.

 

(Verfasser unbekannt)

 


Ein Lächeln

 

Es verschafft dem Müden eine Pause,

Aufmunterung dem Mutlosen,

Sonnenschein dem Traurigen

und ist der Natur bestes Mittel gegen Sorgen.

 

Es ist nicht zu kaufen, zu leihen oder zu stehlen -

seinen Wert erhält es dadurch, dass man es verschenkt.

 

Mancher Mensch ist zu müde um dir ein Lächeln zu schenken.

Schenke du ihm eins von dir,

denn es hat niemand so sehr ein Lächeln nötig,

wie der, der keins mehr geben kann.

 

Ein Lächeln kostet nichts aber es gibt so viel.

Es bereichert die, die es erhalten,

ohne jene ärmer zu machen, die es geben.

 

Niemand ist so reich oder so mächtig,

dass er ohne es auskommt,

und niemand ist so arm,

dass er es sich nicht leisten könnte.

 

Es erzeugt Fröhlichkeit zuhause,

fördert Wohlwollen im Beruf

und ist ein Erkennungszeichen der Freundschaft.

 

(Verfasser unbekannt, unterwegs gefunden)

 


Ein Licht, das anderen leuchtet

 

Ein Licht,

das anderen leuchtet,

wird davon nicht schwächer;

 

Ein Herz,

das andere beglückt,

nicht ärmer;

 

Ein Mensch,

der andere erfreut,

nicht leerer;

 

aber die Welt wird heller,

die Menschheit friedlicher,

selbst zum Bilde Gottes

mehr und mehr.

 

 

 

Eine kleine Geschichte

 
Einer fernöstlichen Legende zufolge entschlossen sich die Götter eines Tages, das Universum zu erschaffen. Sie erschufen zuerst die Sterne, die Sonne, den Mond. Dann erschufen sie die Meere, die Berge, die Blumen und die Wolken. Ganz zum Schluss erschufen sie die Wahrheit. An diesem Punkt entstand jedoch ein Problem: Wo sollten sie die Wahrheit verstecken, damit die Menschen sie nicht sofort entdeckten? Sie wollten das Abenteuer der Entdeckung  verlängern.

"Lasst uns die Wahrheit auf den höchsten Berg stellen" sagte einer der Götter, "dort wird sie sicherlich nur schwer zu finden sein". Ein anderer wollte sie auf dem fernsten aller Sterne verstecken. Wieder ein anderer wollte sie auf den Meeresgrund verbannen, und noch ein anderer wollte sie auf der Rückseite des Mondes verstecken.

Doch dann sagte der älteste und weiseste von ihnen: "Wir werden die Wahrheit im Herzen der Menschen verbergen. Auf diese Weise werden sie das ganze Universum durchsuchen, ohne gewahr zu werden, dass sie die Wahrheit die ganze Zeit im Herzen tragen."

 

(Verfasser unbekannt)

 

 

Irischer Weihnachtssegen

 

Nicht, dass jedes Leid dich verschonen werde,

noch dass dein zukünftiger Weg

stets Rosen trage,

keine bittere Träne über deine Wege komme

und kein Schmerz dich quäle -

dies alles wünsche ich dir nicht.

Sondern: dass dankbar du allzeit bewahrst

die Erinnerung an gute Tage,

Dass mutig du gehst durch Prüfungen,

auch wenn das Kreuz

auf deinen Schultern lastet,

auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.

Was ich dir wünsche: dass jede Gabe Gottes

in dir wachse, dass einen Freund du hast,

der deiner Freundschaft wert.

Und dass in Freud und Leid das Lächeln des

Mensch gewordenen Gotteskindes dich begleiten möge.

 


 

 

Liebe ist der Versuch,

die eigene Person zu wandeln

und nicht die des anderen.

 

(Tobias Brocher)

 

 

Liebe

 
Was ist Liebe? Was verstehen wir unter Liebe?

Alles Leid in unserem persönlichen Leben sowie in der ganzen Welt ist auf einen Mangel an Liebe zurückzuführen. Wir alle kennen aus schmerzhafter eigener Erfahrung die Angst vor Liebesverlust bzw. vor zurückgewiesener Liebe. Wenn der natürliche Austausch unsere Liebe eingeschränkt oder unterbrochen ist, dann leiden wir auf vielen Ebenen unseres Seins. Wir zweifeln an unserem Wert, an unserer Kraft und sogar am Sinn unseres Daseins.

Liebe ist die Grundnahrung für unsere Seele. Liebe kann leidenschaftliche Sexualität und prickelnde Erotik einschließen. Liebe will sich verbinden, will Trennungen überbrücke, will verschmelzen und einswerden, und lässt dennoch die Freiheit und Vollständigkeit des einzelnen unangetastet.

Wer wahre Liebe erfahren will, kann nur eines tun: selbst zum wahrhaft Liebenden werden. Liebe ist immer bedingungslos und frei und findet von Augenblick zu Augenblick, von Begegnung zu Begegnung ihren spontanen, kreativen Ausdruck. Die Formen, in denen Liebe sich äußern kann, sind so unbegrenzt und voneinander verschieden, wie alle Geschöpfe auf dieser Erde verschieden und damit einzigartig sind.

Solange Liebe irgend etwas - sei es in uns selbst, im Partner oder in der Außenwelt - ausklammert, wird dieses Etwas uns von der Essenz der Existenz trennen und uns an unserer Vollständigkeit hindern. Diese allumfassende Liebe auch nur für wenige Momente zu erfahren ist ein hohes, wahrhaft lohnendes Ziel ! Denn solche Augenblicke transformieren uns und hinterlassen in jeder unserer Zelle das Wissen um unsere höchste Bestimmung.

 


 

Bedingungslose Liebe

 
Das Wort "bedingungslos" deutet darauf hin, dass diese Liebe nicht urteilen kann. Oder anders ausgedrückt: die bedingungslose Liebe kann nicht in Gut und Böse trennen! Wo gut und Böse getrennt wird, kann es sich folglich niemals um bedingungslose Liebe handeln. Bedingungslose Liebe ist die Idee der Einheit im Gegensatz zur Idee der Trennung. Die Idee der Trennung führt zu Konflikten. Bedingungslose Liebe ist somit der Extremzustand der Konfliktlosigkeit.

 

 

Die Trennung

 
Überall dort, wo wir trennen, entstehen Probleme und Konflikte. Überlege für Dich, wo Du überall Trennung herstellst.

Die wohl folgenschwerste Trennung, die sich der Mensch einfallen ließ, ist die Trennung in Gut und Böse. Daraus entstehen letztlich alle Kriege. Eine weitere folgenschwere Trennung ist die Trennung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Diese Trennung kreiert große Probleme. Z.B. Raucher-Nichtraucher, Christen-Buddhisten, arm-reich, usw., usw.

Wie löst man folglich Probleme und Konflikte? Indem man die Trennung aufhebt. Und wie?

Durch mehr (bedingungslose) Liebe! Die Liebe trennt nicht.

Ist das zu einfach? Versuche es.

 

 

Mangel an Liebe

 
Ein Mangel an Liebe führt noch und noch zu Konflikten. Das Leben wird mühsam und anstrengend. Es führt zu Kampf; Kampf kostet aber viel Geld, Zeit und Energie. Der Mensch mit seinem Mangel an Liebe glaubt, er müsse sich alles im Leben erkämpfen oder zumindest erarbeiten. Der Kopf hat Mühe zu verstehen, dass er alles vom Leben geschenkt bekommen würde, wenn er sich lebensgerecht verhalten würde. Ein Mangel an Liebe ist ein lebensfeindliches Verhalten. Wer sich lebensfeindlich verhält, der braucht sich nicht darüber zu wundern, wenn er vom Leben keine Geschenke bekommt und sich stattdessen alles mühsam erarbeiten muss.

 

 

Verantwortung

 
Es gibt zwei unabdingbare Voraussetzungen, um die bedingungslose Liebe im eigenen Leben umsetzen zu können:

1. Die Übernahme der totalen Verantwortung für alles, was uns geschieht. Das ist die Voraussetzung dafür, dass einem anderen Menschen nicht der leiseste Vorwurf gemacht wird.

2. Akzeptieren des IST-Zustandes.

Ohne diese Voraussetzungen, wird die Umsetzung der bedingungslosen Liebe nicht gelingen. Denn alles ist eins. Gott ist in allem.

 

 

Veränderung

 
Wenn ich etwas verändern will, heißt das, dass ich etwas nicht akzeptiert habe. Wenn ich etwas nicht akzeptiert habe, heißt das dass ich es nicht losgelassen habe. Wenn ich es nicht losgelassen habe, heißt das, dass es sich nicht verändern kann! Und wenn ich etwas verändern will, heißt das, dass ich das Leben verändern will. Alle Methoden und Techniken, mit denen ich etwas verändern will, sind folglich eine Kritik am Leben. Wer das Leben kritisiert, der muss damit rechnen, dass auch er kritisiert wird.

 

 

Dankbarkeit

 
Dankbarkeit ist wohl die weiseste Aktion, die man dem Leben gegenüber machen kann. Es ist nämlich außerordentlich angenehm, wenn mir das Leben danke sagt. Ebenso wie es außerordentlich unangenehm ist, wenn mir das Leben "Nein, danke" sagt. Dankbarkeit allem und jedem gegenüber ist die Manifestation bedingungsloser Liebe. Diese Dankbarkeit bringt mich in die Einheit mit dem Überfluss des Lebens. Undank bewirkt Mangel; Dankbarkeit bewirkt Überfluss an allem.

 


 

„Es gibt nichts Mächtigeres als die Liebe.

Kein Mensch und kein Problem ist mächtiger als die Liebe.

Wer die Liebe in seinem Leben umsetzen kann,

ist folglich unvorstellbar machtvoll.“

 

(René Egli )

 

 

 
Gewöhnliche Liebe ist selbstsüchtig und haftet an Begierde und Genuss. Göttliche Liebe aber ist bedingungslos, grenzenlos und unvergänglich. Die verwandelnde Kraft reiner Liebe hebt alle Unruhe des menschlichen Herzens für immer auf.

 

 

LIEBE

Ist

Erkenntnis

Bewusstsein

Einheit

 

 

Man hört bisweilen

es sei nicht gut,

sich selbst zu lieben.

Mit gleichem Recht

ließe sich sagen,

es sei nicht gut,

überhaupt zu lieben -

denn wer nicht einmal

mit sich selbst,

also dem Naheliegendsten,

in Liebe umgehen kann,

vermag dies auch

mit keinem anderen.

 

Nur wer

sein eigener Geliebter ist,

nur wer sich selbst genießt,

kann ein Genuss

für andere sein.

Wer mit sich selbst

auf keinem guten Fuße steht,

wie soll er die Balance halten,

wenn er zum andren geht?

 

Denn der Weg in die Liebe

führt über ein Hochseil.

Ihn zu gehen bedarf es

tiefen Selbstvertrauens.

Und man vertraut nur wirklich,

wenn man liebt.

 

(Hans Kruppa)

 

 


Manchmal ist eine Rose wichtiger als ein Stück Brot

 

Meditation von Pater Erich Purk

 
Während seines Aufenthaltes in Paris kam der Dichter Rainer Maria Rilke täglich an einer Bettlerin vorbei. Sie saß stumm und scheinbar unbeteiligt an einer Gartenmauer. Hatte einer ein Geldstück in ihre Hand gelegt, ließ sie die Münze rasch in ihrer Manteltasche verschwinden. Sie dankte für keine Gabe. Sie sah zu keinem Geber auf. Ihrem Schicksal ergeben hockte sie an der Mauer, - ein lebendiges Bild des Bettelns.

Eines Tages bleibt Rilke mit seinem Freund bei der Bettlerin stehen. Und er legt in die Hand der alten Frau – eine Rose. Da geschieht etwas, was noch nie geschehen ist; die Bettlerin sieht auf, ergreift die Hand des Dichters, küsst sie. Dann geht sie mit der Rose davon.

Am nächsten Tag saß die Frau nicht auf ihrem gewohnten Platz. So blieb es am zweiten und dritten Tag; so blieb es eine ganze Woche lang.

Verwundert fragte der Freund den Dichter nach der beängstigenden Wirkung der Gabe. Rilke sagte: „Man muss ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand.“ – Auch eine andere Frage konnte sein Freund nicht unterdrücken: wovon denn die Bettlerin all die Tage gelebt habe, da niemand Geld in ihre Hand legte? Rilke antwortete: „Von der Rose!“ (Nach H. Frank)

Wovon lebt der Mensch? – Doch nicht allein vom Geld und vom Bankkonto. Wir brauchen das Verständnis des anderen; wir brauchen seine Zeit und die Zeichen seiner Zuneigung: einen freundlichen Gruß, einen Händedruck – die Rose.

Man muss dem Herzen schenken, nicht nur der Hand!

Wovon lebt der Mensch? Nicht nur von der Erfüllung seiner äußeren Bedürfnisse. Die meisten in unserem Land sind gut versorgt. Was fehlt sind Freunde, die zuhören können; Eltern, die ihren Kindern noch mehr Zeit schenken; Verwandte, die für ihre alten Angehörigen noch mehr Geduld aufbringen.

Wovon der Mensch lebt? – Die Bibel meint:  Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt. Gott zeigt sich uns menschlich – durch seinen Sohn Jesus Christus. Von Jesus sagten sie damals:

Du hast Worte des Lebens!

Zum geächteten Zöllner sagte Jesus: Heute will ich dein Gast sein.

Zum Aussätzigen sagte er: Ich will, sei rein!

Zur Ehebrecherin sagte er: Deine Sünden sind dir vergeben.

Wenn wir im Sinne Jesu miteinander umgehen, dann legen wir nicht billige Münzen in andere Hände, sondern schenken mit dem Herzen.

Wovon wir leben können? – Mark Twain meint: Von einem guten Kompliment kann ich zwei Monate leben. –

Ist heute nicht ein guter Tag für ein gutes Kompliment?

 

(Verlag Th. Nettels – Spiegelturm 3 – 4400 Münster, Reihe Bildmeditationen Nr. 331)

 

 

Mit Gott zu Mittag gegessen...

 
Es war einmal ein kleiner Junge, der unbedingt Gott treffen wollte. Er war sich darüber bewusst, dass der Weg zu dem Ort, an dem Gott lebte, ein sehr langer war. Also packte er sich einen Rucksack voll mit einigen Coladosen und mehreren Schokoladenriegeln und machte sich auf die Reise.

Er lief eine ganze Weile und kam in einen kleinen Park. Dort sah er eine alte Frau, die auf einer Bank saß und den Tauben zuschaute, die vor ihr nach Futter auf dem Boden suchten.

Der kleine Junge setzte sich zu der Frau auf die Bank und öffnete seinen Rucksack. Er wollte sich gerade eine Cola herausholen, als er den hungrigen Blick der alten Frau sah. Also griff er zu einem Schokoriegel und reichte ihn der Frau.

Dankbar nahm sie die Süßigkeit und lächelte ihn an. Und es war ein wundervolles Lächeln! Der kleine Junge wollte dieses Lächeln noch einmal sehen und bot ihr auch eine Cola an.

Und sie nahm die Cola und lächelte wieder - noch strahlender als zuvor. Der kleine Junge war selig.

Die beiden saßen den ganzen Nachmittag lang auf der Bank im Park, aßen Schokoriegel und tranken Cola - aber sprachen kein Wort.

Als es dunkel wurde, spürte der Junge, wie müde er war und er beschloss, zurück nach Hause zu gehen. Nach einigen Schritten hielt er inne und drehte sich um. Er ging zurück zu der Frau und umarmte sie.

Die alte Frau schenkte ihm dafür ihr allerschönstes Lächeln.

Zu Hause sah seine Mutter die Freude auf seinem Gesicht und fragte: "Was hast du denn heute Schönes gemacht, dass du so fröhlich aussiehst?"

Und der kleine Junge antwortete: "Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen - und sie hat ein wundervolles Lächeln!"

Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn schon auf sie wartete. Auch er fragte sie, warum sie so fröhlich aussah.

Und sie antwortete: "Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen - und er ist viel jünger, als ich gedacht habe."

 

(Verfasser unbekannt, aus dem Englischen übersetzt)

 

 

Seesterne retten

 
Ein furchtbarer Sturm kam auf. Der Orkan tobte. Das Meer wurde aufgewühlt und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand.

Nachdem das Unwetter langsam nachließ, klarte der Himmel wieder auf. Am Strand lagen aber unzählige von Seesternen, die von der Strömung an den Strand geworfen waren.

Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und warf sie zurück ins Meer.

Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Jungen und sagte: "Du dummer Junge! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen! Was du da tust, ändert nicht das Geringste!"

Der Junge schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging er zu dem nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer. Zu dem Mann sagte er: "Für ihn wird es etwas ändern!"

 

(gefunden in: Porter, Patrick: Entdecke dein Gehirn, Junfermann, 1997; Geschichte gekürzt und überarbeitet)

 

 

Spiritualität

 

Es ist Unsinn - sagt die Vernunft,

Es ist, was es ist - sagt die Liebe.

Es ist Unglück - sagt die Berechnung,

Es ist nichts als Schmerz - sagt die Angst,

Es ist aussichtslos - sagt die Einsicht,

Es ist was es ist - sagt die Liebe.

Es ist lächerlich - sagt der Stolz,

Es ist leichtsinnig - sagt die Vorsicht,

Es ist unmöglich - sagt die Erfahrung,

Es ist, was es ist - sagt die Liebe.

 

(Erich Fried)

 


 

Tragt in die Welt nun ein Licht.

Sagt allen: "Fürchtet euch nicht!"

Gott hat euch liebt, groß und klein.

Seht auf des Lichtes Schein!

 

Tragt zu den Kranken ein Licht.

Sagt ihnen: "Fürchtet euch nicht!"

Gott hat euch lieb, groß und Klein.

Seht auf des Lichtes Schein!

 

Tragt zu den Kindern ein Licht.

Sagt allen: "Fürchtet euch nicht!"

Gott hat euch lieb, groß und klein.

Seht auf des Lichtes Schein!

 

Tragt zu den Alten ein Licht.

Sagt ihnen: "Fürchtet euch nicht!"

Gott hat euch lieb, groß und klein.

Seht auf des Lichtes Schein!

 

(ein Lied)

 

 

Tu etwas für dein Gesicht

 

Vergiss nicht, dass dein Gesicht

für andere bestimmt ist,

dass andere es anschauen müssen

und dass nichts so widerwärtig ist,

als stundenlang und tagelang

ein muffiges, missmutiges Gesicht zu sehen.

Dein Gesicht ist

mehr als eine schöne Fassade,

mehr als ein Aushängeschild,

mehr als eine Visitenkarte.

 

Tu etwas für dein Gesicht

nicht nur deinetwegen,

um dich selbst im Spiegel schön zu finden,

sondern vor allem wegen der anderen.

Die beste Gesichtspflege heißt nicht:

Hautcreme einreiben,

Augenbrauen zupfen und nachziehen,

Wimperntusche auftragen, Lidschatten anbringen.

 

Tu etwas für dein Gesicht von innen:

Fröhlichkeit in deine Augen legen

und ein Leuchten.

Den Mund entspannen und lächeln.

Ein freundliches Gesicht machen.

Das geht, wenn du Hausputz hältst,

Hausputz des Herzens:

ausfegen, was wurmt und grämt,

ausräumen, was da gemeckert und gemäkelt wird.

was hat dieser Kram mit deinem Glück zu tun?

Hör auf, den täglichen Ärger finster wiederzukäuen.

 

Zeige dein schönstes Gesicht,

dein bestes, dein freundlichstes,

und es wird nicht schwerfallen,

dich gern zu haben.

 

(Unbekannt)

 

 

Welpen zu verkaufen

 
In einer Tierhandlung war ein großes Schild zu lesen, auf dem stand: "Welpen zu verkaufen".

Ein kleiner Junge kam vorbei und sah das Schild. Da der Ladenbesitzer gerade an der Tür stand, fragte er ihn: "Was kosten die Hundebabys?"

"Zwischen 50,- und 80,- EUR." sagte der Mann.

Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog einige Münzen heraus. "Ich habe 7 Euro und 65 Cents." sagte er. "Darf ich sie mir bitte anschauen?"

Der Ladenbesitzer lächelte und pfiff nach seiner Hündin. Fünf kleine Hundebabys stolperten hinter ihr her. Eines von ihnen war deutlich langsamer als die anderen und humpelte auffällig.

"Was hat der Kleine dahinten?" fragte der Junge.

Der Ladenbesitzer erklärte ihm, dass der Welpe einen Geburtsschaden hatte und nie richtig laufen würde.

"Den möchte ich kaufen." sagte der Junge.

"Also den würde ich nicht nehmen, der wird nie ganz gesund." antwortete der Mann. "Aber, wenn du ihn unbedingt willst, schenke ich ihn dir."

Da wurde der kleine Junge wütend. Er blickte dem Mann direkt in die Augen und sagte: "Ich möchte ihn nicht geschenkt haben. Dieser kleine Hund ist jeden Cent wert, genauso wie die anderen auch. Ich gebe Ihnen meine 7,65 EUR und werde jede Woche einen Euro bringen, bis er abgezahlt ist."

Der Mann entgegnete nur: "Ich würde ihn wirklich nicht kaufen - er wird niemals in der Lage sein, mit dir zu rennen und zu toben wie die anderen."

Da hob der Junge sein Hosenbein und sichtbar wurde eine Metallschiene, die sein verkrüppeltes Bein stützte. Liebevoll auf den Hund blickend sagte er: "Ach, ich renne selbst auch nicht gut und dieser kleine Hund wird jemanden brauchen, der ihn versteht."

 

(Dan Clark "Weathering the Storm", aus dem Englischen übersetzt und leicht geändert)

 


 

Wer Güte in sich weckt

und Güte ins Grenzenlose strömen lässt,

der wird der Erdenbindung ledig,

Ihn halten Fesseln nicht mehr fest.

Schon der ist gut, der einem Wesen

mit klarem Geiste Güte schenkt;

Als besser gilt, wer aller Wesen

in Güte liebevoll gedenkt.

Die Herrscher, die die Welt erobern

und Opfer bringen, Land für Land.

Wie arm sind sie in ihren Herzen,

wenn ihnen Güte unbekannt.

Wer weder tötet noch verwundet,

es auch von anderen nicht verlangt

und allen liebevoll begegnet,

hat keinen Feind vor dem ihm bangt.

 

 

 

Wer hasst, ist taub.
Wer neidet, ist blind.
Wer zürnt, der lahmt.
Nur wer liebt, hat keine Gebrechen.

 

 


 

Wie die Pflanzen

Licht und Wasser

zum Gedeihen brauchen,

bedarf die Seele

zweier Einflüsse

zur ungehinderten Entfaltung:

Liebe und Selbstvertiefung.

 

Liebe ist

wie das Wachstum

eines Baumes in die Höhe,

Selbstvertiefung gleicht

dem Eindringen seiner Wurzeln

ins Erdreich.

In gleichzeitiger Ausdehnung

nach oben und nach unten

gewinnt er an Größe.

 

Wer nur

in seine Tiefe geht,

scheitert an mangelnder Lichtzufuhr.

Wer sich nur

auf die Liebe versteht,

bleibt darin ohne Wurzeln

und wird vom ersten

starken Wind verweht.

 

(Hans Kruppa)




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