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zurück weiter zurück zur Auswahl Texte zum Thema "Jugend und Alter" Aus dem Brief einer älteren Dame „Könnte ich mein Leben
nochmals leben, dann würde ich das nächste Mal riskieren,
mehr Fehler
zu
machen. Ich würde mich entspannen, lockerer und humorvoller sein
als
dieses
Mal. Ich kenne nur sehr wenige Dinge, die ich ernst nehmen würde. Ich würde mehr verreisen.
Und ein bisschen verrückter sein. Ich würde mehr Berge
erklimmen, mehr
Flüsse
durchschwimmen und mir mehr Sonnenuntergänge anschauen. Ich
würde mehr
spazieren gehen und mir alles besser anschauen. Ich würde
öfter ein Eis
essen
und weniger Bohnen. Ich hätte mehr echte
Schwierigkeiten als eingebildete. Müsste ich es noch einmal
machen, ich
würde
einfach versuchen, immer nur einen Augenblick nach dem anderen zu
leben,
anstatt jeden Tag schon viele Jahre im Voraus. Könnte ich noch einmal von
vorne anfangen, würde ich viel herumkommen, viele Dinge tun und
mit
sehr wenig
Gepäck reisen. Könnte ich mein Leben nochmals leben,
würde ich im
Frühjahr
früher und im Herbst länger barfuß gehen. Und ich
würde öfter die
Schule schwänzen. Ich würde mir nicht so hohe
Stellungen erarbeiten, es sei denn ich käme zufällig daran.
Auf dem
Rummelplatz
würde ich viel mehr Fahrten machen, und ich würde mehr
Gänseblümchen
pflücken.“ (Quelle
unbekannt)
Beim Arzt Im Sprechzimmer des Arztes
saßen dicht gedrängt Menschen und warteten. Ein älterer Herr stand nach
einer Weile auf und ging zur Sprechstundenhilfe. "Entschuldigung."
sagte er freundlich. "Ich hatte einen Termin um 10.00 Uhr. Jetzt ist es
fast 11.00 Uhr. Ich möchte nicht länger warten. Bitte geben
Sie mir
einen neuen
Termin." Im Sprechzimmer wurde
getuschelt. Eine Frau sagte zu einer anderen: "Der ist doch bestimmt
schon
80 - was kann der wohl so Dringendes vorhaben, dass er nicht warten
kann?" Der Mann hörte die Bemerkung
und drehte sich um. Er verbeugte sich vor der Dame und sagte: "Ich bin
siebenundachtzig Jahre alt. Und genau deswegen kann ich es mir nicht
leisten,
auch nur eine Minute der kostbaren Zeit zu vergeuden, die mir noch
bleibt."
Der alte Großvater und sein kleiner
Enkel
Wenn er aß, floss dem alten
Mann die Suppe aus dem Mund. Der Sohn und die Schwiegertochter
ließen
ihn
deshalb nicht mehr am Tisch essen, sondern brachten ihm sein Essen
hinter den
Ofen, wo er in seiner Ecke saß. Eines Tages, als man ihm die
Suppe in einer Schale hingetragen hatte, ließ er die Schale
fallen und
sie
zerbrach. Die Schwiegertochter machte dem Greis Vorwürfe, dass er
ihnen
im Haus
alles beschädige und das Geschirr zerschlage, und sagte, dass sie
ihm
von jetzt
an das Essen in einem Holzschüsselchen geben werde. Der Greis
seufzte
nur und
sagte nichts. Als der Mann und die Frau
einige Tage später zu Hause beisammen saßen, sahen sie, dass
ihr
Söhnchen auf
dem Fußboden mit kleinen Brettern spielte und etwas zimmerte. Der Vater fragte ihn:
"Was soll das denn werden, Mischa?" Und Mischa antwortete:
"Das soll ein Holzschüsselchen werden, Väterchen. Daraus
werde ich dir
und
der Mutter zu essen geben, wenn Ihr alt geworden seid." Der Mann und die Frau sahen
sich an und weinten. Ihnen wurde plötzlich bewusst, wie sehr sie
den
Greis
gekränkt hatten und sie schämten sich. Fortan ließen
sie ihn wieder am
Tisch
sitzen und waren freundlich zu ihm. Das Altwerden an sich ist ja
ein natürlicher Prozess und ein Mann von 65 oder 75 Jahren ist,
wenn er
nicht
jünger sein will, durchaus ebenso gesund und normal wie einer von
30
oder 50.
Aber man ist eben mit seinem eigenen Alter leider nicht immer auf einer
Stufe,
man eilt innerlich oft voraus, und noch öfter bleibt man hinter
ihm
zurück -
das Bewusstsein und Lebensgefühl ist dann weniger reif als der
Körper,
wehrt
sich gegen dessen natürliche Erscheinungen, und verlangt etwas von
sich
selber,
was es nicht leisten kann.
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