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Texte zum Thema "Innerer Reichtum - Äußerer Reichtum"


Arme Leute

 
Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.

Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: "Wie war dieser Ausflug?" "Sehr interessant!" antwortete der Sohn.

"Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?" "Oh ja, Vater, das habe ich gesehen."

"Was hast du also gelernt?" fragte der Vater. Und der Sohn antwortete: "Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont."

Der Vater war sprachlos.

Und der Sohn fügte noch hinzu: "Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind."

 (Quelle: Dr. Philip E. Humbert, The Innovative Professional's Letter, frei übersetzt und leicht geändert)

 

 

Das Geldgeschenk

 
Man bot einem berühmten Weisen eine Summe an Geld als großzügiges Geschenk an.

Der alte Weise aber sagte: "Ich brauche Euer Geld nicht. Ich habe doch selbst schon eine Münze."

Die anderen schauten erschrocken und betroffen.

Einer von ihnen sagte dann: "Aber Herr, die Münze ist doch nicht viel wert - wie lange soll Sie vorhalten?"

Der Alte sprach: "Wenn du mir garantieren kannst, dass ich länger lebe, als meine Münze vorhält, so will ich dein Geschenk annehmen."

 (Nach Dhun-Nun, nacherzählt und leicht geändert; gefunden in: Gelassenwerden. - Herder, 1996)

 

 

Das Glück ist ein Schmetterling

 
"Das Glück ist ein Schmetterling", sagte der Meister. "Jag ihm nach und er entwischt dir. Setz dich hin, und er lässt sich auf deiner Schulter nieder."

"Was soll ich also tun, um das Glück zu erlangen?" fragte der Schüler.

"Hör auf, hinter ihm her zu sein."

"Aber gibt es nichts, was ich tun kann?"

"Du könntest versuchen, dich ruhig hinzusetzen, wenn du es wagst."

 
(Anthony de Mello: aus: Gib deiner Seele Zeit)

 

 

Der beste Tee

 
Es war eine Gruppe älterer Herren in Japan. Die Männer trafen sich regelmäßig, um untereinander Neuigkeiten auszutauschen und vor allem um gemeinsam eine gute Tasse Tee zu trinken.

Sie hatten alle große Freude daran, besonders teure Teesorten ausfindig zu machen und neue Mischungen zu kreieren, die ihrem Gaumen schmeichelten.

Als das älteste Mitglied der Gruppe an der Reihe war, die anderen zu bewirten, servierte er den Tee mit der ausgesuchtesten Zeremonie und verteilte die Teeblätter aus einem goldenen Gefäß. Alle Männer waren voll es Lobes und wollten wissen, wie er diese hervorragende Mischung zusammengestellt hatte.

Der alte Mann lächelte und sagte: "Meine Herren, den Tee, den Sie so köstlich finden, trinken die Bauern auf meiner Farm. Die besten Dinge im Leben sind oft weder teuer noch schwer zu finden."

 (aus: Anthony de Mello: Wer bringt das Pferd zum Fliegen?, leicht geändert)

 

 

Der Bettler und der Minister

 
Es war einmal ein Minister in einem indischen Königreich.

Jeden Tag ritt er reich geschmückt auf einem edlen Pferd zum Palast und wieder zurück. Er selbst war prächtig gekleidet und mit Diamanten und Juwelen herausgeputzt.

Ein alter Bettler stand jeden Tag am Straßenrand und sah den Minister vorbeikommen.

Nachdem er Jahr für Jahr den Minister nur angeschaut hatte, sprach er eines Tages zu ihm: "Ich danke dir sehr."

Der Minister hielt inne und fragte: "Warum dankst du mir denn?"

Der alte Mann sprach: "Weil du mich so reich beschenkt hast mit deinen Juwelen."

Der Minister zuckte zusammen aus Angst, er hätte vielleicht einige Juwelen verloren, die der Bettler dann aufgelesen hatte. Und er fragte: "Habe ich dir denn welche von meinen Juwelen gegeben?"

"Nein", antwortete der Bettler, "aber jeden Morgen und jeden Abend sehe ich dich so wundervoll geschmückt mit all diesen Juwelen. Und das hat mir immer große Freude gemacht."

 (Nach Bhagavatam von Sukadev Bretz, leicht geändert)

 

 

Der Einheimische und der Tourist

 
Es war einmal in einem kleinen Fischerdorf irgendwo in Italien. Ein Tourist kam vorbei und sah einen Mann, der seelenruhig am Hafenkai saß und aufs Meer blickte.

Der Tourist ging zu dem Mann und sagte: "Entschuldigung, ich möchte Sie etwas fragen: Warum arbeiten Sie eigentlich nicht? Sie könnten sich z.B. ein Fischerboot kaufen und hinaus aufs Meer fahren."

"Aber, warum soll ich denn arbeiten?" fragte der Mann. "Ich habe alles, was ich brauche - genug zu leben und zufrieden bin ich auch."

"Aber wenn Sie arbeiten würden, können Sie viel Geld verdienen, das Geld sparen und es zinsbringend anlegen!" sagte der Tourist.

"Warum", fragte der Mann, " soll ich Geld verdienen und sparen?"

"Wenn Sie gut verdienen, können Sie von den Zinsen leben und dann brauchen nicht mehr zu arbeiten!"

Der Mann schaute den Tourist an und schüttelte langsam den Kopf. Dann ging sein Blick wieder hinauf auf das Meer.

 (nacherzählt nach Heinrich Böll: "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral")

 

 

Der Geizhals

 
Ein sehr geiziger Mann pflegte sein Gold unter einem Baum in seinem Garten zu verstecken. Jede Woche ging er einmal zu dem Baum, grub das Gold aus und betrachtete es stundenlang.

Eines Tages aber fand er nur ein leeres Loch.

Der Mann heulte vor Kummer so laut, dass die Nachbarn zusammenliefen, um zu sehen, was geschehen war. Als sie erfuhren, was dem Mann passiert war, fragte einer: "Hast du das Gold denn zu etwas gebraucht?"

"Nein", heulte der Geizhals, "ich habe es mir immer nur jede Woche einmal angesehen."

"Dann", sagte der Nachbar "wenn du das Geld nicht direkt gebraucht hast, kannst du doch genauso gut jede Woche herkommen und das Loch anschauen."

 (aus Mello, Anthony de: Gib deiner Seele Zeit, Herder, 1999, Geschichte leicht überarbeitet)

 


Die drei weisen Alten

 
Es war eines Tages im Frühling, als eine Frau vor ihrem Haus drei alte Männer stehen sah. Sie hatten lange weiße Bärte und sahen aus, als wären sie schon weit herumgekommen.

Obwohl sie die Männer nicht kannte, folgte sie ihrem Impuls, sie zu fragen, ob sie vielleicht hungrig seien und mit hinein kommen wollten.

Da antwortete er eine von ihnen: "Sie sind sehr freundlich, aber es kann nur einer von uns mit Ihnen gehen. Sein Name ist Reichtum" und deutete dabei auf den Alten, der rechts von ihm stand. Dann wies er auf den, der links von ihm stand und sagte: "Sein Name ist Erfolg. Und mein Name ist Liebe. Ihr müsst euch überlegen, wen von uns ihr ins Haus bitten wollt."

Die Frau ging ins Haus zurück und erzählte ihrem Mann, was sie gerade draußen erlebt hatte. Ihr Mann war hoch erfreut und sagte: "Toll, lass uns doch Reichtum einladen".

Seine Frau aber widersprach: "Nein, ich denke wir sollten lieber Erfolg einladen."

Die Tochter aber sagte: "Wäre es nicht schöner, wir würden Liebe einladen?"

"Sie hat Recht", sagte der Mann. "Geh raus und lade Liebe als unseren Gast ein". Und auch die Frau nickte und ging zu den Männern.

Draußen sprach sie: "Wer von euch ist Liebe? Bitte kommen Sie rein und seien Sie unser Gast".

Liebe machte sich auf und ihm folgten die beiden anderen.

Überrascht fragte die Frau Reichtum und Erfolg: "Ich habe nur Liebe eingeladen. Warum wollt Ihr nun auch mitkommen?"

Die alten Männer antworteten im Chor: "Wenn Sie Reichtum oder Erfolg eingeladen hätten, wären die beiden anderen draußen geblieben. Da Sie aber Liebe eingeladen haben, gehen die anderen dorthin, wohin die Liebe geht."

 (Verfasser unbekannt)

 


Ein besonderes Geschenk

 
Eine weise Frau reiste durch die Berge. Eines Tages fand sie dort in einem Bachlauf einen sehr, sehr wertvollen Stein.

Am nächsten Tag traf sie einen anderen Wanderer. Der Mann war hungrig und die weise Frau öffnete ihre Tasche, um mit ihm ihr Brot zu teilen. Der Wanderer sah den wundervollen Stein in der Tasche.

"Gib mir den Stein" sagte er.

Die Frau reichte dem Mann ohne jedes Zögern den Stein. Der machte sich schnell davon, denn ihm war klar, dass der Stein sehr, sehr wertvoll war und dass er nun den Rest seines Lebens sorgenfrei verbringen konnte.

Einige Tage später kam der Mann jedoch zurück zu der weisen Frau und gab ihr den Stein wieder.

"Ich habe nachgedacht." sagte er. "Ich weiß, wie wertvoll dieser Stein ist. Aber ich gebe ihn dir zurück. Das tue ich in der Hoffnung, dass du mir etwas viel Wertvolleres dafür schenken kannst. Bitte gib mir etwas davon, was es dir möglich machte, mir diesen Stein zu schenken."

 (Autor unbekannt, Quelle: The Women's Spiritual Network, übersetzt und leicht geändert)

 

 

Für Geld kriegt man alles

 

Für Geld kriegt man alles. So sagt man –

aber das ist nicht wahr.

 

Man kann Essen kaufen, aber nicht Appetit.

Arzneimittel, aber nicht Gesundheit.

Wissen aber nicht Klugheit.

Glanz, aber nicht Schönheit.

Spaß aber nicht Freude.

Bekannte aber nicht Freunde.

Diener, aber nicht Treue.

 

Die Schale lässt sich kaufen, aber nicht der Kern.

 

(Arne Garborg)

 

 

Mach dir keine Sorgen

 

Mach dir keine Sorgen,

wenn du nur sehr wenig

zu schenken hast und zu teilen hast,

ganz wenig Glaube,

ganz wenig Besitz, einige Talente,

ein paar gute Eigenschaften,

ein bisschen Herzlichkeit ...

Wenn du dieses Wenige teilst,

schenkt dir Gott eine Überfülle

die nie versiegt.

 

(Verfasser unbekannt)

 


Reichtum in Fülle

 

Ich nahm mir nur selten Zeit für das Wichtigste in meinem Leben,

wollte nur nach Sicherheit streben,

wollte Kinder, ein Heim, Besitz und Geld,

denn das war sicher die heile Welt.

Zu oft war ich die Außenseiterin,

hielt das Armsein für sehr schlimm.

Zu oft durfte ich am Zaune steh'n,

den Reichtum bewundern, mein Gott, das wäre schön.

Der Wohlstand anderer hatte mich oft blind gemacht,

denn ich suchte mein Glück im Außen,

habe nicht an meine Seele dabei gedacht,

an mich selbst, eine Seele mit Herz und Gefühl,

ist denn Reichtum wirklich mein Ziel?

Je mehr ich besaß, desto schwerer wurde mein Herz,

das war nicht meine Erfüllung,

noch größer wurde der Sehnsuchtsschmerz.

Das Leid öffnete endlich mir die Augen,

was dann geschah, konnte ich anfangs nicht glauben.

Ich zog mich zurück, ging in die Stille,

schaute in mich hinein, hier fand ich Reichtum in Hülle und Fülle.

Eine ganz neue Art von Reichtum bot sich mir dar,

es war unfassbar, ein Wunder, als dieses geschah.

Ich sah mich, mein inneres Kind, ganz klein in einer dunklen Ecke,

verwundet und verwendbar für andere Zwecke.

Ganz leis klopfte ich selbst an meine Tür,

mein Herz öffnete sich - ich stand plötzlich vor mir.

Das erste Mal sah ich mich an, fand Trauer und eine Frage in meinem Gesicht,

"Warum hat materieller Besitz für dich denn soviel Gewicht?

Schau dich doch an, ob du glücklich bist auf dieser Welt, ist es wirklich dein Leben,

was dir gefällt?"

Wieso, ich hatte doch alles im Leben, warum konnte ich nicht glücklich sein,

warum, saß ich in der Dunkelheit, so ganz allein?

Das Kind schaute mich an, "fang endlich an mich zu lieben,

falsches Denken ließ dich erkranken, hat dich von deinem Weg vertrieben."

Ja, es war der Reichtum, der materielle Besitz anderer Leute,

ich selbst wurde des Reichtums Beute.

Ich selbst hatte mich durch diese Gedanken in eine dunkle Ecke gebracht,

ich selbst hatte schon lange nicht mehr gelacht.

Jetzt saß ich hier und wollte endlich raus,

mich lieben, wohlfühlen in Körper und Seele, in meinem eigenen Haus.

Das Herz öffnete sich weiter und weiter,

ich sah die Schönheit meiner Seele,

ich war schon wieder etwas heiter.

Das erste Mal sah ich die große Lieben, den Glauben in mir,

nie zuvor geöffnet so weit meine Herzenstür,

nie zuvor hatte ich das Licht der Welt erblickt,

nie zuvor von mir, als Gottes Schöpfung, so entzückt,

nie zuvor habe ich Gottes Nähe so gespürt,

ja, das ist wahrer Reichtum, den man im materiellen Leben oft verliert.

Diesen wiedergewonnenen Reichtum hatten viele Umwege mir gebracht,

sie waren wohl wichtig, erst heute bin ich aufgewacht.

Jetzt erarbeite und ertaste ich diesen Reichtum jeden Tag etwas mehr,

ich spüre wieder Freude, Erfüllung, wo mein Herz zuvor leer.

Endlich sehe ich meine Aufgaben, die Fähigkeiten in mir,

lieber Gott, ich spüre dich wieder, ich danke dir.

Jetzt bin ich einen großen Schritt mir näher, darf erkennen, was meine Aufgabe ist, darf wissen, was dir fehlte und wer du, trauriges Kind, eigentlich bist.

Jetzt fühle ich mich wieder im Gleichgewicht mit der Natur,

das war sicher Gottes Wille nur,

denn:

Reichtum kann nur mein göttliches Bewusstsein mir geben,

ich spüre Erfüllung - ich will wieder leben.

 

(aus dem Gedichtband "Ein Weiser deine Zügel hält" von Gisela Sievers)

 

 

Ruhm oder Selbst: was zählt mehr

 

Ruhm oder Selbst:

was zählt mehr?

Das Selbst oder Reichtum:

was ist kostbarer?

Gewinn oder Verlust:

was ist schmerzvoller?

 

Wer an Dingen haftet,

wird viel leiden.

Wer hortet,

wird schweren Verlust erfahren.

Ein genügsamer Mensch

ist niemals enttäuscht.

Wer weiß, wann innezuhalten ist,

gerät nicht in Bedrängnis.

Er wird allzeit sicher sein.

 

(Lao-Tse: Tao-Te-King, 44 - Neue Bearbeitung von Gia-Fu Feng und Jane English, Hugendubel Verlag, München 1984)



Die Rezession

               
    Ein Mann lebte in einer großen amerikanischen Stadt. Er verdiente seinen Lebensunterhalt mit dem  Verkauf von Hot Dogs am             Straßenrand. Seine Ohren waren nicht besonders gut und deswegen hörte er nie Radio. Seine Augen waren nicht besonders gut         und darum las er nie Zeitung und schaute nie fern.

    Seine Hot Dogs waren wirklich gut und stellte deshalb Schilder auf, um dies den Leuten mitzuteilen. Immer mehr Leute kauften bei         ihm seine leckeren Hot Dogs. Deshalb bestellte er immer mehr Würstchen und kaufte bald einen größeren Herd. Schließlich                  brauchte er einen Helfer und fragte seinen Sohn, der an der Universität studierte.

    Als der Sohn von den Plänen seines Vaters hörte, schlug er die Hände über dem Kopf zusammen und rief: "Vater, hast du denn            nicht Radio gehört? Hast du denn nicht ferngesehen? Wir haben eine riesige Rezession! Alles geht vor die Hunde...".

    Der Vater sagte daraufhin zu sich selbst: "Mein Sohn geht auf die Universität. Er liest Zeitung, er hört Radio, er schaut fern, er wird        es ja wissen."

    Also reduzierte er seine Bestellungen, nahm seine Reklameschilder herein und sparte sich die Mühe, seine Hot Dogs großartig             anzupreisen.

    Praktisch über Nacht brach sein Geschäft zusammen.

    Einige Tage später sagte der Vater zu seinem Sohn: "Du hattest recht. Wir befinden uns wirklich in einer  gewaltigen Rezession.




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